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Wie viel Schlaf brauche ich?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Von einer echten, behandlungsbedürftigen Schlafstörung (Insomnie) spricht man erst dann, wenn der Zustand der Schlaflosigkeit über einen Monat andauert und dabei öfter als dreimal pro Woche auftritt.

Obwohl der Schlaf in den letzten Jahren genauer untersucht wird, lässt sich eine Frage nur schwer beantworten:

Wie viel Schlaf braucht der Mensch eigentlich? 

Professor Dr. Riemann, Schlafforscher an der Universität Freiburg sagt zur Schlafdauer:

 „Die benötigte Schlafdauer ist individuell verschieden und liegt zwischen fünf und zehn Stunden pro Nacht.”

Die meisten Menschen schlafen optimalerweise zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht, allerdings gebe es von Natur aus auch Kurzschläfer und Langschläfer, so Professor Riemann.

Die US-amerikanische National Sleep Foundation hat insgesamt 320 Studien analysiert und neue Empfehlungen dazu vorgelegt, wie viel wir regelmäßig schlafen sollten. Das sind die Empfehlungen:

Lebensalter  empfohlene Schlafzeit pro Tag
Neugeborene bis zum 3. Lebensmonat  14 - 17 Stunden 
Kleinkinder von 4 – 12 Monaten  12 - 15 Stunden 
Kleinkinder von 1 – 2 Jahren  11 - 14 Stunden 
Vorschulkinder von 3 - 5 Jahren  10 - 13 Stunden 
Schulkinder von 6 - 13 Jahren  9 - 11 Stunden 
Teenager von 14 - 17 Jahren  8 - 10 Stunden 
Erwachsene von 18 - 65 Jahre  7 - 9 Stunden 
Erwachsene ab 65 Jahre  7 - 8 Stunden 

Im Einzelfall kann der Schlafbedarf aber nach oben oder unten deutlich abweichen.

Im „Allgemeinwissen“ der Bevölkerung ist verankert, dass der Mensch acht Stunden Schlaf pro Nacht brauche – daher werden Menschen, die mehr Schlaf benötigen, schnell als „abnormal“ oder faul bezeichnet oder anderweitig abgewertet. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken und hören Sie auf Ihren Körper! Wenn Sie mehr Schlaf brauchen, sind Sie in guter Gesellschaft:

Zwei Drittel aller Erwachsenen schlafen ca. 7,5 Stunden pro Nacht. Weitere 15% brauchen mehr als 8,5 Stunden Schlaf und 15% benötigen weniger als 5,5 Stunden Schlaf pro Nacht. Entscheidend scheint die Zeit zu sein, die man im Tiefschlaf verbringt. Und die ist bei Kurz- und Langschläfern ähnlich. Man könnte also sagen, dass Menschen, die mit weniger Schlaf auskommen, „effizienter“ schlafen. Ich erinnere mich an einen Patienten, der sehr vital ist und jede Nacht nur 4 Stunden schläft. Für manche Menschen kann dies erfreulich sein, für andere ein Fluch; es kommt ganz darauf an, was man mit seiner Zeit macht. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie im Durchschnitt nicht weniger als fünf Stunden pro Nacht schlafen.

Ein gesunder Schlaf sollte aber nicht nur an der Dauer objektiviert werden, sondern vor allem auch daran, ob Sie sich tagsüber wohlfühlen und Ihr Leistungsvermögen stimmt.

Mit steigendem Lebensalter nimmt die Schlafdauer (und auch die Schlaftiefe) ab. Bei Männern kann dies bereits ab dem 40. Lebensjahr der Fall sein, bei Frauen im Allgemeinen erst ab dem 50. Lebensjahr.

Manche Menschen, die gerne früh zu Bett gehen sorgen sich, dass Sie dann schon "Mitten in der Nacht" erwachen. Dies ist aber ganz normal. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Sie um 22.00 Uhr zu Bett gehen und bereits um 4.00 Uhr wieder erwachen. Im Gegenteil: Die Leistungsfähigkeit am nächsten Tag ist höher, wenn man bereits vor Mitternacht zu Bett geht. Es gibt eine Rechenformel in der Naturheilkunde und auch im Leistungssport, der zufolge jede Stunde Schlaf vor Mitternacht so viel wert ist wie zwei Stunden Schlaf nach Mitternacht. Trotzdem gibt es auch hier Unterschiede: Es gibt Morgen- und Abendmenschen, die zu unterschiedlichen Zeiten schlafen gehen müssen/sollten, um sich am nächsten Tag erholt zu fühlen.